Kundenfotos im Portfolio?
Warum Kundenfotos für uns wichtig sind
Wir Fotografen leben unter anderem auch davon, dass unsere Arbeit gesehen wird. Eine Webseite ohne aktuelle Fotos wäre wenig aussagekräftig. Gerade in der Portrait- und Businessfotografie möchten potenzielle Kunden sehen, wie wir Menschen fotografieren, welchen Stil wir haben und ob unsere Art der Fotografie zu ihnen passt.
Dafür brauchen wir Bilder. Und nicht nur aus freien Projekten oder inszenierten Testshootings, sondern auch aus echten Kundenaufträgen.
Veränderung
Meine Fotografie verändert sich. Mein Blick auf Menschen, Licht, Farben und Bildwirkung entwickelt sich weiter. Deshalb möchte ich in meinem Portfolio möglichst Arbeiten zeigen, die auch meiner aktuellen fotografischen Handschrift entsprechen.
Natürlich könnte ich ausschließlich mit Models oder freien Projekten arbeiten. Aber das würde nur einen Teil meiner Arbeit zeigen. Ein Businessportrait, ein Bewerbungsfoto oder ein persönliches Portrait entsteht unter ganz anderen Voraussetzungen.
Oft stehen Menschen vor meiner Kamera, die nicht regelmäßig fotografiert werden und sich vielleicht anfangs sogar etwas unwohl dabei fühlen. Umso schöner ist es, wenn am Ende Bilder entstehen, mit denen sich meine Kunden wohlfühlen und die sie gerne von sich zeigen. Was nicht heißt, dass ich diese Fotos veröffentlichen darf.
Unterschiedliche Blickwinkel
Als Portraitfotograf versuche ich, mich in mein Gegenüber einzufühlen. Ich möchte herausfinden, wie ein Mensch tickt, welche Facetten er hat und wie ich ihn wahrnehme. Daraus entsteht während eines Shootings auch meine eigene Vorstellung davon, wie ich diese Person fotografieren und zeigen möchte.
So würde ich für mein Portfolio gelegentlich ganz andere Motive aus einem Shooting auswählen als mein Kunde für sich selbst. Das bedeutet nicht, dass die eine Auswahl besser oder schlechter ist. Es sind einfach zwei unterschiedliche Blickwinkel auf dieselbe Person und Bilder, die ich auch immer wieder spannend finde.
Fragen
Dass ich ein Foto gemacht habe, bedeutet für mich nicht automatisch, dass ich es veröffentlichen darf oder möchte. Deshalb frage ich meine Kunden, ob ich ausgewählte Aufnahmen auf meiner Webseite oder meinen geschäftlichen Social-Media-Kanälen zeigen darf.
Ein Nein ist dabei vollkommen in Ordnung.
Nicht jeder möchte öffentlich im Internet erscheinen. Dafür kann es berufliche oder private Gründe geben, oder man möchte es einfach nicht. Eine Begründung erwarte ich dafür nicht.
Was ich allerdings etwas schade finde, ist, wenn auf eine freundliche Anfrage überhaupt keine Antwort mehr kommt.
Ein kurzes „Nein, das möchte ich nicht“ ist für mich genauso eine Antwort wie ein „Ja, gerne“. Beides respektiere ich. Gar nicht zu antworten, obwohl vorher ein guter und persönlicher Kontakt während des Shootings bestand, empfinde ich dagegen als unnötig. Gerade, weil meine Frage keine Verpflichtung beinhaltet und ein Nein keinerlei Nachteile mit sich bringt.
Vertrauen
Ich freue mich über jeden Kunden, der mir erlaubt, ein oder eine kleine Auswahl an Fotos zu zeigen. Denn damit hilft er mir tatsächlich bei meiner Arbeit. Zukünftige Kunden bekommen dadurch einen realistischen Eindruck davon, was bei einem Shooting mit mir entstehen kann.
Gleichzeitig sollte sich niemand verpflichtet fühlen, einer Veröffentlichung zuzustimmen.